Montag, 13. April 2026

„Denk Mal Am Ort“

Die diesjährige Ausgabe von „Denk Mal Am Ort“ erinnert am 2. und 3. Mai 2026 mit Ausstellungen, Lesungen, Stadtführungen, Filmvorführungen, Vorträgen und Gesprächen an insgesamt 13 Orten in München an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus ausgegrenzt, verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Erinnerung an verdrängte Orte des Kunsthandels und der Kunstgeschichte.

Für die Kunstgeschichte von besonderem Interesse sind Veranstaltungen, die sich mit der Geschichte bedeutender, heute vergessener Kunsthandlungen sowie mit der Rolle von Museen und Sammlungen im Kontext von Verfolgung, Enteignung und „Arisierung“ befassen:

Die Kunsthandlung Drey: Einblicke in ihre vergessene Geschichte: Kurzfilm, Vortrag und Gespräch beleuchten die Bedeutung dieses einst zentralen Kunsthandelsortes sowie das Schicksal der Familie Drey, die durch das NS-Regime zur Aufgabe gezwungen wurde.

Vom Palais Pringsheim zum NSDAP-Verwaltungsbau: Der Vortrag zeigt exemplarisch die gewaltsame Überschreibung eines bedeutenden kulturellen Ortes und die Vertreibung seiner jüdischen Eigentümerfamilie.

Das Kunsthaus L. Bernheimer: Hier wird die Geschichte eines der wichtigsten Münchner Kunst- und Ausstattungshäuser nachgezeichnet und an die Entrechtung seiner jüdischen Betreiber erinnert.

Museumsgeschichte(n) im Lenbachhaus: Eine Führung zur Provenienzforschung thematisiert die Beziehungen zu jüdischen Kunsthändler*innen, die Geschichte der Sammlung sowie aktuelle Fragen von Restitution und Erinnerungskultur.

Die Veranstaltungen machen deutlich, wie eng die Münchner Kunstgeschichte mit Fragen von Ausgrenzung, Enteignung und Erinnerung verknüpft ist, und leisten einen wichtigen Beitrag zur kritischen Aufarbeitung. 



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