Die Kunsthalle München zeigt
mit JR: Chronicles die bisher größte Retrospektive des französischen
Künstlers JR (*1983) in Deutschland. Seine Ausstellungsorte sind
eigentlich die Straßen dieser Welt. Dort erregt er auch Aufmerksamkeit bei
jenen, die sonst keine Museen besuchen. Berühmt wurde JR durch Fotografien
unbekannter Personen, die er in zum Teil monumentalen Formaten auf
Häuserfronten, Eisenbahnzüge, Containerschiffe oder Grenzmauern plakatiert. Im
Fokus stehen oft Menschen, deren Würde und Rechte übergangen werden. Ihnen
verleiht JR mit seiner Kunst auf ebenso scharfsinnige wie einfühlsame Weise
Sichtbarkeit. Seine wahre Identität hält JR bewusst geheim, firmiert nur unter
seinen Initialen und tritt stets mit Sonnenbrille und Hut auf. Im Vordergrund
steht nicht seine Person, sondern seine Werke; deren Interpretation überlässt
er den Porträtierten und den Vorbeigehenden. Mit seiner Arbeit möchte JR keine
Antworten vorgeben, sondern vielmehr Fragen aufwerfen und die Menschen zum
Dialog anregen.
Anhand von ausgewählten Fotografien, Videos, Modellen und großflächigen
Plakatierungen (Pastings) macht die multimediale Ausstellung JRs nur auf
begrenzte Dauer angelegte Projekte nochmals erlebbar. Für die Kunsthalle
München entwirft JR zudem ein Trompe-l’Œil, das die Museumsmauern zu
durchbrechen scheint und den Blick auf sein eigentliches Tätigkeitsfeld, den
urbanen Raum, öffnet.
Die Ausstellung wurde organisiert vom Brooklyn Museum, New York. Sie wurde kuratiert von Sharon Matt Atkins, Deputy Director for Art, und Drew Sawyer, Philip Leonian und Edith Rosenbaum Leonian, Curator Photography, Brooklyn Museum.
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