Montag, 11. März 2019


96. Kunsthistorischer Studierendenkongress

Essen 4.–7. Juli 2019


CALL FOR PAPERS

»Travel improves the mind wonderfully, and does away with all one’s prejudices.«

Oscar Wilde: The Remarkable Rocket, 1888


Wir reisen um die Welt, um unseren Horizont zu er- weitern, eigene Grenzen auszuloten, ein Abenteu- er zu erleben, um uns vom Alltag zu erholen und fremde Kulturen kennenzulernen oder auch aus beruflichen Notwendigkeiten. Außerdem migrieren wir: Ein Studium oder ein Job bringen einen Orts- wechsel mit sich. Aber was bedeutet nun Heimat in einer Gesellschaft mit verflüssigten Lebensent- würfen? Der Heimatbegriff ist doch sehr schwer zu fassen, da er zum einen immer subjektiv ist, zum anderen aus verschiedenen Perspektiven als Be- griff der Ausgrenzung oder Überfremdung benutzt wird. Es wird ein Denken in »wir reisen« und »die migrieren« im aktuellen Zeitgeschehen suggeriert und kontrovers diskutiert.
Doch welche Zusammenhänge bestehen zwischen den beiden Bewegungsformen Reisen und Migrie- ren? Gibt es diese Zusammenhänge überhaupt? Wie kann das Denken in »wir reisen« und »die migrieren« überwunden werden? Und wie können sie Teil einer kunstwissenschaftlichen Betrach- tung sein?

Beide Phänomene manifestieren sich nicht nur in der globalen Mobilität der Menschen, sondern auch in der Bewegung von Objekten, Lebensauffassun- gen, Denkweisen und Ideen. Aktuelle Ansätze der Migrationsforschung zeigen, wie sehr die Diskurse um Reise und Migration durch visuelles Material geprägt sind. Welche Rolle Bilder dabei im Allge- meinen und künstlerische Werke im Kontext von Reise und Migration spielen (können), offenbart sich in den vielfältigen Zeugnissen, deren Bedeu- tung es mittels kunstwissenschaftlicher Methoden zu untersuchen gilt. Denn Bilder konstruieren nicht nur Imaginationen von touristischen Orten, frem- den Kulturen oder »dem Migranten«, sondern (re-) produzieren auch asymmetrische Machtgefüge und Stereotype, fordern uns zu Diskussionen auf und bewegen uns dazu, bestehende Denkmuster zu hinterfragen.

Diese Macht der Bilder möchten wir uns beim KSK zu Nutzen machen und das Thema Reise und Migra- tion aus einer kunst- und bildwissenschaftlichen Perspektive beleuchten. Das Thema ermöglicht ein Verhandeln der komplexen Beziehungen zwischen Bildern und ihrer Wirkmacht im Prozess kultureller Fremddarstellung. Durch dieses Vorhaben können (kunst-)historische Verbindungen, Transferpro- zesse, kulturelle Diversität und Verflechtungen anhand künstlerischer Perspektiven erschlossen werden, die seit jeher durch Reisen und Migration bestimmt werden. Zeigt sich nicht gerade in der Kunst und Kunstwissenschaft, wie Bilder durch die Wirkmacht von ästhetischen Traditionen, die Sicht auf Dinge verändern sowie Muster und Stereotype in Zweifel ziehen können?

Im Fokus des Kongresses stehen deshalb sowohl historische und gegenwärtige Diskurse sowie de- ren Verhandlung in Theorie und Praxis der Kunst. Neben der Untersuchung ästhetischer und kura- torischer Konzepte der Reise und Migration, ist es ferner das Ziel des Kongresses, weiterhin beste- hende eurozentrische Wahrnehmungsmuster und Bildpolitiken sichtbar zu machen.

Für die Studierenden der Kunstgeschichte, Kunst- und Kulturwissenschaften, bildenden Künste so- wie verwandten Disziplinen soll der 96. KSK ein offenes Forum sein, um ihre Ideen, Arbeiten und Forschungen vorzustellen. Wir freuen uns nicht nur auf 20-minütige Tagungsvorträge, sondern auch auf Ideen zu interaktiven Workshops und anderen kreativen Formaten.
Teilnehmen und bewerben können sich alle Studie- renden, Doktorand_innen und Volontär_innen der Kunst und Kunstwissenschaften sowie alle Inter- essierten nahestehender Wissenschaften. Die Teil- nahme von Bachelorstudierenden ist ausdrücklich erwünscht!



Bewerben kannst du dich bis zum 15.04.2019 mit einem Exposé (max. eine Seite) und einem kurzen Lebenslauf an cfp.96.ksk@gmail.com.


Das Organisationskomitee kann anteilig für deine Reisekosten sowie deinen Aufenthalt in Essen aufkommen.

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