Montag, 6. Juni 2011

Tagung IMMERSION

Tagung IMMERSION - Historische und zeitgenössische Perspektiven auf einen Schlüsselbegriff der Kunst- und Medienwissenschaften

16. - 18. Juni 2011

IBZ München, Amalienstr. 38, 80799 München



Veranstalter: Prof. Dr. Burcu Dogramaci, Prof. Dr. Fabienne Liptay, Institut für Kunstgeschichte

Besonders interessant:
ERÖFFNUNGSVERANSTALTUNG
"Welt am Draht": Von Eintauchen des Films in den Computer
16. Juni, 17.30 Uhr
Eintritt ist frei


Besonders möchten wir Sie auf die Eröffnungsveranstaltung der Tagung aufmerksam machen. Dies wir im ARRI Kino stattfinden. Nach einer Einführung von Frau Dr. Beate Kellner, Vizedirektorin der LMU, wird eine Filmvorführung der restaurierten Fassung von Rainer Werner Fassbinder Film "Welt am Draht" (1973) stattfinden. Danach werden in Rahmen eines Werkstattgespräches Michael Ballhaus (Kamera), Juliane Lorenz (Regisseurin) und Markus Kirsch (Head of TV Postproduktion) über die Dreharbeiten und die Filmrestaurierung sprechen.


Tagungsprogramm: http://www.kunstwissenschaften.uni-muenchen.de/forschung/symposien/symposien2011/immersion/index.html



DIE EINLADUNG DES BETRACHTERS zum Eintauchen ins Bild ist keine Errungenschaft der virtuellen Realität, auch wenn die jüngere Mediendebatte sie dort verstärkt beobachtet hat. Immersion, so zeigt die Geschichte der Künste, ist eine durch bestimmte Gestaltungsmittel erzeugte physische und psychische Einbindung des Zuschauers in das Werk, die weit in die Geschichte der Bilder und ihrer Betrachtung zurückreicht. Diese historischen und zeitgenössischen Perspektiven miteinander zu verbinden, ist ein zentrales Anliegen der interdisziplinären Tagung, die Immersion als einen Schlüsselbegriff in den Kunst- und Medienwissenschaften diskutiert.

Ziel der Tagung ist es, Denkbilder der Immersion in der Geschichte der Künste und Medien, ihrer Theorie und Praxis zu verfolgen und sie auf ihre epistemische Produktivität hin zu befragen. Malerei und Architektur, Fotografie und Film, Video- und Medienkunst sind auffallend reich an selbstbewussten Bildern der Immersion, die häufig aus den Motivkreisen des Wassers, der Körpersäfte, Datenströme und Wetware schöpfen. Darin zeigt sich Immersion nicht allein als tatsächliche Erlebnisqualität, sondern auch als imaginäre Matrix, auf welche Gemälde, Architekturen, Filme, Installationen und Performances ihre eigenen medialen Verfahren und Potentiale projizieren: etwa wenn das Eindringen ins Bild, die Verflüssigung fester Bildflächen, die Explorationen eines künstlichen Bildraums, Verwechslungen von Realität und Simulation oder andere Szenarien der Immersion visuell dargestellt oder erzählt werden. Im Zentrum dieser selbstreflexiven Szenarien kann – wie in Jean Cocteaus Film »Le Sang d’un Poète« – die Imagination eines fluiden Bildraums stehen, der Erlebnisse des Eintauchens, der Verschmelzung oder der Versenkung ins Bild überhaupt erst ermöglicht.

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